Gestern durfte ich im Rahmen eines Anlasses der Prüfungskommission 19 des Kanton Zürich an der ETH an einem sehr interessanten Vortrag über das Projekt

Das vor allem Hochschulen das Bedürfnis haben Vorlesungen aufzuzeichnen und den Studenten, sinnvollerweise mit einer brauchbaren Suchfunktion, bereit zu stellen, dürfte einleuchtend sein. Aufgrund des Kostendruckes muss auch in diesem Umfeld mit einer möglichst automatisierten Lösung gearbeitet werden können.

Die ETH Zürich hat zu diesem Zweck seit 2006 das Programm Replay entwickelt und im Einsatz.

Nebst dem direkten „Abgriff“ des Video-Signales (direkt vom Notebook des Dozenten) und eines eingesetzten Mikrofones konnten, mit Hilfe von Replay, die Präsentationen automatisiert in ein Video-Stream, mit der entsprechenden Tonspur, umgewandelt und bereitgestellt werden.

Der Inhalt wurde für die spätere Suche, mittels einer OCR Technik analysiert und indexiert. Replay ist in diesem Zusammenhang als Video Management System zu verstehen, welches auch die Langzeitarchivierung sicherstellt. Vorteil diese Lösung ist klar, dass keine Folien der Dozenten bzw. der Vortragenden „eingesammelt“ und in irgendeiner Form zur Verfügung gestellt werden muss. Es läuft alles automatisch…

Seit 2006 bis 2011 wurden so ca. 6’000 Video erstellt und indexiert, wobei gut die Hälfte davon über das ETH Media Portal frei zugänglich ist

Opencast Matterhorn

 Webseite des Open Source Projektes

Webseite des Open Source Projektes

Auch im Universitären Umfeld steht die Zeit nicht still und so wurde schon bald nach einer neuen Lösung gesucht. Schnell wurde klar, dass eine proprietäre Lösung zu wenig Flexibilität in Bezug auf die Bedürfnisse der Hochschule, aufweisen würde und entsprechende Kosten nach sich ziehen würde. Also suchte die ETH nach einer anderen Lösung.

Fündig wurde man unter anderem bei der UC Berkeley, welche eine entsprechende Community ins Leben rufen wollte, mit dem Ziel ein solches Video Management System zu entwickeln.

Da die ETH schon über ein grosses Knowhow diesbezüglich verfügte, steuerte sie einen nicht unerheblichen Anteil des Source-Codes (insbesondere der Indexierung), aus dem Replay Programm, in der ersten Version des Produktes bei. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, entschied man sich das Projekt nach einem Schweizer Berg zu benennen…

Weitere Informationen in Bezug auf die Arbeitsweise, Quellcode und allgemeine Informationen sind auf der Homepage des Projektes OpenCast Matterhorn zu finden.

Nebst meiner 42 Stunden Arbeitswoche beschäftigten mich noch andere Aktivitäten (wie z.B. der Schulrat oder die Mitarbeit bei einer Kommission der Gemeinde), dem Engagement bei der FDP.DieLiberalen und der Amateur-Photo-Vereinigung March regelmässig.

Von Frühjahr bis Sommer, während der Lehrabschlussprüfungen, bin ich zusätzlich als Experte für die Prüfungskommission 19 des Kantons Zürich unterwegs. Das sind jeweils nochmals zwischen 40-80 Arbeitsstunden die ich beschäftigt bin.

Herzlichen Dank

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Franz Kuster (ETHZ und ehemaliger Chefexperte der PK19), für die Organisation, und an Olaf Andreas Schulte (ETHZ), für die Präsentation und die Beantwortung unserer Fragen.