OpenHAB – Erste Schritte

Nachdem ein Teil der Beleuchtung unseres Hauses mit dem Homematic-System realisiert wurde und nun noch ein Philips HUE System gekauft wurde, suchte ich nach einer Lösung um alles gemeinsam zu steuern

Für die Integration von verschiedenen Systemen und Heimautomatisierungslösungen gibt es verschiedenste Produkte und Lösungsansätze. Die zwei bekanntesten Lösungen in diesem Bereich sind sicherlich OpenHAB (open Home Automation Bus) und FHEM.

Schlussendlich habe ich mich für die OpenHAB Lösung entschieden, da diese Lösung eigentlich alle meine Bedürfnisse (homematic, FS20, Philips HUE, Netzwerk, Samsung-TV, Sonos-System und weiteres) abdeckt, eine Vielzahl von Technologien unterstützt und mit my.OpenHAB auch über eine Integration in IFTTT verfügt. Zudem scheint mit die Community um OpenHAB sehr aktiv zu sein und dokumentiert dies mit entsprechenden Mengen an Informationen, Dokumentationen und Hilfen im Web.

Installation auf einem Raspberry Pi 2

Das OpenHAB System wird auf einem Rapsberry Pi 2 Model B betrieben werden. Grundsätzlich gibt es verschiedenste Wege um die Installation durch zu führen. Zum findet man in der OpenHAB Dokumentation unter

https://openhabdoc.readthedocs.io/de/latest/Raspberry/

eine ausführliche Anleitung, die auch wunderbar funktioniert. Schlussendlich habe ich jedoch meine definitive Installation mittels der „apt-get“ Methode, welche auf

https://github.com/openhab/openhab/wiki/Linux-and-OS-X

beschrieben ist, durchgeführt. Dies vo rallem deshalb weil ich mich mit dem Debian-System am besten auskenne und so die Konfigurations- und Logfiles in den „üblichen“ Verzeichnissen zu finden ist, ohne dass ich mir gross Mühe machen muss, diese manuell anzupassen. Die Installation klappte bei beiden Varianten reibungslos.

Anbei noch die verwendeten Befehle (selbstverständlich als root ausgeführt) für die „apt-get“ Methode:

java -version(Anmerkung: Nur zu Kontrolle ob mindestens Java Version 1.6 installiert ist)

apt-get install oracle-java7-jdk(Anmerkung: Nur notwendig wenn kein oder Java 1.6 installiert ist)

Die eigentliche Installation erfolgt mittels der Befehlsfolge

echo "deb http://dl.bintray.com/openhab/apt-repo stable main" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/openhab.list
apt-get update
apt-get install openhab-runtime

Anschliessend kann mit

/etc/init.d/openhab start

die OpenHAB Instanz gestartet werden. Mit

/etc/init.d/openhab status

kann der aktuelle Status abgefragt werden und mittels

tail -f /var/log/openhab/openhab.log

können die Einträge im Logfile mitverfolgt werden.

Damit OpenHAB beim Systemstart automatisch geladen wird, können folgende Befehle verwendet werden.

systemctl daemon-reload
systemctl enable openhab

Und das war es auch schon mit der Grund-Installation von OpenHAB.

Erste Items und Sitemap erstellen

 OpenHAB - Beispieldateien für sitemap- und items-Datei inkl. Screenshot des Resultates

OpenHAB - Beispieldateien für sitemap- und items-Datei inkl. Screenshot des Resultates

Damit OpenHAB nun verwendet werden kann, müssen die sogenannten Items (Schalter/Switches, Dimmer, etc) und eine Sitemap definiert werden. Eine einfache Version wie diese Dateien auszusehen haben, ist ebenfalls in der OpenHAB Dokumentation unter

https://openhabdoc.readthedocs.io/de/latest/Beispiel/

zu finden.

Vielleicht noch ein Tipp: Die Icons die verwendet werden können sind unter

/usr/share/openhab/webapps/images/

abgelegt und dort können auch zusätzliche Grafikkomponenten hineinkopiert werden, welche entsprechend in der Sitemap und Items-Datei referenziert werden können.

Idealerweise verwendet man für die Sitemap, die standardmässig verwendet werden soll, den Namen

default.sitemap

Dies macht die Verwendung der Android-App einfacher. Zusätzliche Sitemap-Dateien können mittels

http://localhost:8080/openhab.app?sitemap=

aufgerufen werden.

Integration des Philips HUE Systems

Um nun die ersten Lichtelemente anzusteuern, habe ich in einem ersten Schritt mein Philips HUE System verbunden.

Die entsprechende Dokumentation findet sich auf

https://github.com/openhab/openhab/wiki/Hue-Binding

Die Installation des Binding funktioniert mittles

apt-get install openhab-addon-binding-hue

klappte auf ohne Probleme. Nach der Anpassung der Konfigurationsdatei gemäss der Dokumentation von konnte mein Systeme die HUE Bridge nicht registrieren. Nach einigem Suchen entdeckte ich folgenden Artikel, der mein mein Problem löste:

http://www.developers.meethue.com/documentation/getting-started

Nachdem ich direkt einen User auf der Bridge generiert hatte und den User einen User auf der Bridge geneiert und den Usernamen als hue:secret= in der openhab.cfg eingefügt hatte, funktionierte die Verbindung zur HUE Bridge ohne Probleme.

Verwendung des OpenHAB Designers

Es wird empfohlen für die Erstellung und Anpassung der Konfigurationsdateien, den OpenHAB Designer zu verwenden. Dies ist nicht zwingend notwendig und man kann die Config-Dateien auch mit einem einfachen Editor erstellen und bearbeiten.

Gerade bei der Fehlersuche ist das der Designer sehr hilfreich, da die Software über eine Syntax-Verifikation verfügt. Da in den meisten Fällen, wie in meinem Beispiel, der OpenHAB Server auf einem Raspberry Pi läuft und ich den Designer aber auf meinem Laptop verwenden möchte, muss ein Remote-Zugriff auf die Konfigurationsdateien möglich sein.

Zu diesem Zweck habe ich den den Samba-Server auf den Raspberry Pi, auf dem der OpenHAB-Service bereitgestellt wird, installiert und anschliessend für den openhab user einen smbaccount generiert.

Dies ist mit folgender Befehlsfolge sehr einfach möglich

apt-get install samba samba-common-bin
smbpasswd -a openhab

Anschliessend muss noch eine Freigabe auf das Konfigurationsverzeichnis gemacht werden. Dazu habe ich folgenden Eintrag in der /etc/samba/smb.cfg hinzugefügt

[OpenHABCfg]
comment = OpenHAB Configurationfiles
browseable = yes
writable = yes
path = /etc/openhab/
create mask = 0644
force group = openhab
valid users = openhab
public = no
guest ok = no

Die Installation des Designers selbst ist äusserst einfach. Man benötigt lediglich die ZIP Datei (Windows-System) von OpenHAB.org und entpackt dieses und startet den Designer (Voraussetzung: Java muss auf dem System installiert sein).

Anschliessend kann dem Designer den „Configuration Folder“ (\\\OpenHabCFG\configurations) mitgeteilt werden. Ich habe dabei festgestellt, dass wenn die Freigabe direkt auf das Konfigurationsverzeichnis gemacht wird, der Designer die Dateien nicht korrekt laden konnte.

 OpenHAB Designer und ändern des Konfigurationsverzeichnisses

OpenHAB Designer und ändern des Konfigurationsverzeichnisses