Multicopter und einige rechtliche Aspekte

Je mehr ich mich mit dem Thema Multikopter beschäftigte, umso mehr fasziniert mich das Thema. Langfristiges Ziel ist, wie schon in meinem vorherigen Post kurz erwähnt, Bilder und allenfalls Videos aus der Luft machen zu können. Es gibt aber einige Dinge die man beachten sollte. Also habe ich mich aufgemacht und das Internet zu durchforsten begonnen…

In der Schweiz dürfen Flugmodelle, gemäss Information auf der Internetseite des Bundesamtes für Zivilluftfahrt BAZL, ab einem Gewicht von 500 Gramm nur betrieben werden, wenn eine Haftpflichtversicherung von mindestens einer Million Franken gewährleistet ist.

Soweit ich verstanden habe, gilt in der EU (oder zumindest Teilen davon) ebenfalls die Pflicht eine entsprechende Haftpflichtversicherung, bei Flugmodellen mit mehr als 500 Gramm Gewicht, abgeschlossen zu haben, bevor man in die Lüfte steigt.

Der Luftraum und Flugbewilligung in der Schweiz

 Mein kleiner DJI Multikopter kurz vor dem ersten Flug

Mein kleiner DJI Multikopter kurz vor dem ersten Flug

Grundsätzlich sind die Multikopter bzw. Drohnen den Flugmodellen gleichgestellt, d.h. bis zu einem Gewicht von 30kg ist grundsätzlich keine spezielle Bewilligung erforderlich. Es gibt allerdings seit dem 1. August 2014 die Einschränkung, dass Flugmodelle einen Mindestabstand von 100 Metern von Menschenansammlungen mit mehreren Dutzend Personen haben müssen. Auch muss jederzeit auf „Sicht“ geflogen werden können.

Der Betrieb mit Videobrillen und dergleichen (auch als FPV bekannt) ist gestattet, wenn ein zweiter „Pilot“ den Flug überwacht (auf Sicht) und bei Bedarf jederzeit und sofort in die Steuerung eingreifen kann.
Wer dennoch Menschenmengen überfliegen will oder nur mittels FPV fliegen will kann eine entsprechende Bewilligung beim Bundesamt für Zivilluftfahrt beantragen.

Weitere Informationen für den Betrieb von Flugmodellen und Drohnen in der Schweiz sind auf der Internetseite des BAZL zu finden.

ACHTUNG: Einige Städte und Gemeinden (wie z.B. die Stadt Zürich) haben zusätzliche Weisungen zum Betrieb von Flugmodellen erlassen. Also unbedingt vorher detailiert informieren, bevor man in die Lüfte steigt.

Rund im Flughäfen

Es versteht sich von selbst, dass Flugmodelle in der Nähe von Flughäfen nur eingeschränkt verwendet werden dürfen. So ist es zum Beispiel nicht gestattet Flugmodelle im Umkreis von 5 Kilometern um eine Land- bzw. Startbahn zu betreiben. Einige Multikopter, wie z.B. die DJI Phantom 2 Vision haben im No-FLY Zonen hinterlegt, die ein Fliegen in diesen Zonen nicht oder nur beschränkt zulassen.

In einigen Foren ist zudem zu lesen, dass je nach Entfernung zum Flughafen (vor allem in Deutschland) entsprechend der Entfernung anscheinend ebenfalls eine bestimmte Maximalhöhe nicht überflogen werden darf.

Videoaufnahmen und Bilder

In der Schweiz gilt, jeder hat das Recht auf sein Bild, entsprechend müssen Personen die eindeutig auf einem Video/Bild identifiziert werden können, Ihr Einverständnis geben. Es gilt hier also selbige Regeln wie bei der Fotografie ohne Fluggerät.

Einen sehr Überblick über die wichtigsten Regeln im Umgang mit Drohnen, inklusive einiger Beispiele, können auf der Homepage des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten EDÖB nachgelesen werden

Zuerst informieren – dann fliegen

Nicht wissen schützt vor Strafe nicht, das gilt in der Schweiz wie in anderen Rechtsstaaten auch. Deshalb sollte man sich unbedingt, vor dem ersten Flug in einem fremden (und natürlich auch im eigenen) Land, mit den Gesetzen und Vorschriften vertraut machen.

Idealerweise informiert man sich auf den offiziellen Seiten und die verschiedenen Forumsdiskussionen, die gefüllt sind mit Halbwahrheiten und den geneigten Leser mehr verwirren als aufklären, nur mit grösster Vorsicht zu geniessen.