Die Krux mit der Kreativität

Was ist Kreativität und wie können wir diese (er)schaffen? Eine nicht ganz einfache Frage wie ich meine, aber eine die es zu ergründen sich lohnt.

„Kreativität brauch ich nicht um Fotos zu machen. Motive sind überall.“

Zugegebener Weise oberflächlich betrachtet wäre ich in der Lage gewesen diese These bis vor einigen Monaten auch zu vertreten.

Aber kennt ihr das nicht auch? Man hat Lust zu fotografieren, aber irgendwie findet man das richtige Motiv einfach nicht und das obwohl Motive (angeblich) überall zu finden sind!? Je mehr ich über das Wieso? nachdenke, desto weniger gelingt es mir ein vernünftiges Bild zu schiessen und schon kurz darauf ist die Zeit wieder um.

Da Zeit bei mir ein knappes Gut ist, habe ich mich oft in dieser Situation wiedergefunden und so zog ich dann meist unverrichteter Dinge wieder ab. Meist mit magerer und sehr kleiner Ausbeute. Aber weshalb ist das so? Ich WOLLTE doch Fotos machen?!

Kraft einfachen Nachdenkens ging mir dann irgendwann das Blitzlicht auf: Ich wusste das ich Fotos machen will, aber ich wusste nicht nach was ich überhaupt, motivtechnisch gesehen, suchte.

Mir fehlte die Idee, das Produkt der Kreativität. Oder dann war ich so abgelenkt von den vielen Motiven, dass ich von einer Ecke in die nächste sprang und die schönsten Motive verpasste. Es fehlte mir an einer kreativen Idee und die notwendige Ruhe diese Idee auch umzusetzen.

Kreativität ist die Voraussetzung um gute Fotos zu machen. Ich spreche jetzt nicht von „bis ins Detail geplanten und arrangierten Fotos“, sondern schlicht von der Idee, welche Art von Motiv ich überhaupt suche und festhalten will.

Bereit sein

Kreativität kann natürlich, muss aber nicht, ganz spontan und plötzlich auftreten. Sei dies in einem Kaffee, während man aufgeregt mit Freunden diskutiert oder während man im Stau steht und die notorischen Drängler beobachtet, wie sie zwanghaft von einer Fahrspur zur nächsten und wieder zurück springen.

Wichtig ist auch hier, vorbereitet sein!

Die moderne Technik macht es uns hier sehr einfach. Ein modernes Handy ist meist griffbereit und die notwendige App um Notizen und Merkzettel (ob in schriftlicher oder gesprochener Form) anzulegen gibt es in unüberschaubarer Menge.

Ich persoenlich benutze seit vielen Jahren Evernote, da ich von PC, vom Mobile und von einem meiner Tabletts immer und überall Zugriff habe.

Auch das Speichern von ‚Ideen‘, dank vielfaeltiger Integration in unterschiedlichste Apps und Browser-Plugin geht ganz einfach von der Hand. Mittlerweile sind nebst Audio- und den normalen Textnotizen auch handschriftliche Notizen, ohne grössere Mühe, an- und ablegbar.

Wohlfühlen

Ich denke eine wichtige Grundvoraussetzung um Kreativität, sowie deren Produkte in Form von Ideen, überhaupt entstehend lassen zu können ist sicherlich, dass man sich in der Umgebung, in der man sich befindet, wohl und sicher fühlt.

Hat man gerade Stress mit dem Partner zu Hause oder wenn man sich gerade über die Laute Musik des pubertierenden Teenagers in der Nachbarschaft stört, kann man sich kaum fallen lassen und die eigene Kreativität beleibt aussen vor.

Ich denke, die ‚Denkfabrik‘ Google wäre nicht ansatzweise so erfolgreich wenn deren Büros so gestaltet wären wie 80% der heutigen Grossraumbüros: Wie Legebatterien für Hühner.
Oder wieso sonst gibt sich Starbucks so viel Mühe ihre Kaffeestube wie überdimensionale Wohnzimmer zu gestalten?

Der geschaffene Wohlfühlfaktor regt die Sinne an und bei Starbucks freut sich der Aktionär.

Ruhe und Austausch im Gleichgewicht

Ein weiterer Punkt ist sicherlich die eigene, innere Ruhe. Ist man rastlos und hetzt von einem Termin zum anderen, ist es nicht zu verwunderlich, wenn die Ideen nicht sprudeln wollen. Also relaxen Sie!

Dennoch ist nebst der Ruhe auch der Austausch mit anderen Personen ein wichtiger Bestandteil, um Ideen entwickeln zu können.

Nach meiner Erfahrung ist es hierbei unerheblich ob dies ein persönliches Gespräch mit einem Laien, ein Artikel eines Fachmannes, eine Ausstellung oder der Bericht eines Projektes, welches jemand in seinem Blog vorstellt ist. Ganz alleine im stillen Kämmerlein, ohne ‚Inputs‘ von aussen, sind der Kreativität von vornherein Grenzen gesetzt, die man alleine nur schwer und mit viel Aufwand überwinden kann.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen wunderschönen, ideenreichen Tag.