Alles bleibt anders – einige Gedanken zum Arbeitsmarkt der Zukunft

Die Zahl der Mitarbeiter, die mehrere Jahrzehnte bei ein und demselben Arbeitgeber beschäftigt sind, sinkt stetig und dies ist auch gut so. Denn nur steter (oder zumindest regelmässiger) Wandel hält den Geist jung und die Ideen frisch.

Schnell gewöhnt sich der Homo Sapiens, nur zu gerne und dem naturell entsprechend, an altbekanntes. Schnell ist eine Komfortzone geschaffen, die man nur ungern wieder verlässt, denn jede Veränderung bedeutet Aufwand. Man muss sich neu bemühen, neu orientieren, neu positionieren und vielleicht sich auch in neue Themen einarbeiten. Evaluationsbedingt ein Zustand den es, im Zuge der Schonung der eigenen Ressourcen, vermeintlich zu vermeiden gilt.

Dennoch ist es wichtig sich den Herausforderungen zu stellen; denn nur wer die Komfortzone verlässt, kann neues entdecken und sich weiterentwickeln.

Die Welt entwickelt sich weiter und wir sollten mitziehen

 Die Arbeitswelt und -umfeld verändert sich stehtig.

Die Arbeitswelt und -umfeld verändert sich stehtig.

Das sich die Welt, sowie alles Leben in und auf ihr, ständig weiterentwickelt und sich den neuen Gegebenheiten anpasst, wissen wir spätestens seit Darwin.

Auch wenn manch Einer geneigt ist auf die „Gute alte Zeit“ zu verweisen, in der es auch funktioniert hat, sollten man bedenken, dass, würden alle nach dieser Prämisse leben, die Bauern die Kühe noch von Hand melken und ihr Heu mit der Gabel, ohne maschinelle Hilfe, einbringen müssten.

Auch die Arbeitswelt, als ein Teilsystem auf unserem Globus, verändert sich ständig. Neue Berufsgattungen werden geschaffen und Berufe, die Jahrhunderte überdauerten, werden plötzlich nicht mehr gebraucht. Auch das Arbeitsumfeld ändert sich stetig. Wo findet man heute noch Schreibmaschinen, Korrekturband und Durchschlagpapier?

Vor 20 Jahren waren diese Arbeitsinstrumente in keiner Firma wegzudenken. Dinierten die Direktoren früher in eigenen Restaurants, abgeschottet vom Fussvolk, und brüteten sie in ihren grosszügigen Büros, inklusive Vorzimmerdame, über ihren Strategien, sitzen heute Abteilungsleiter an demselben Arbeitstisch, an dem am Vortag der Lehrling sass.

Flexibilität ist also eine wichtige Voraussetzung, um sich im Arbeitsmarkt zurecht zu finden und behaupten zu können. Das heisst nicht, dass alles immer und immer wieder komplett und neu durchgedacht, neu konzeptioniert und von Grund auf neu geschaffen werden soll, sondern das sich der Arbeitnehmer mit einer gesunden Portion Neugier bewaffnet, bestehendes Hinterfragt und sich bewusst verändert, damit er auch für die Zukunft fit ist und dies auch bleibt.

Der Job der Zukunft

Der Job der Zukunft ist m.E. nicht ein bestimmter Beruf, sondern eine Arbeitsweise oder sogar -philosophie. Anstelle für einen Arbeitgeber, in einem bestimmten Bereich zu arbeiten, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass sich der Arbeitnehmer der Zukunft, organisieren und sich und seine Fähigkeiten verkaufen muss.

Es wird auf Mandatsbasis, welche nach dem Bedürfnis des Auftraggebers, sowie den persönlichen Fähigkeiten, Erfahrungen und Interessen des Arbeitsnehmers, zustande gekommen sind, gearbeitet. Die Tätigkeit ist nicht regional beschränkt, sondern global ausgerichtet.

Im losen Verbund von Fachspezialisten, Knowhow- und Erfahrungsträgern, weltumspannend, wird entwickelt, diskutiert und definiert werden. Moderne Kommunikations- und schnelle Transportmittel machen es möglich.

Dienstleistungen werden rund um die Uhr benötigt und eingefordert, im Gegenzug kann der Arbeitnehmer, durch Wahl der vorhandenen und ihm zusagenden Mandate, seine Freizeit flexibler gestalten.

Selbstmotivation und -bestimmung

Selbstdisziplin und auch Motivation sind jedoch wichtige Voraussetzungen um in dieser neuen Welt überhaupt bestehen zu können. Fokussiert müssen die Ziele verfolgt werden, mehr noch als es heute notwendig ist. Der Lohn dafür ist Selbstbestimmung und die Tatsache, dass man sein eigner Chef und somit selber seines Glücks Schmied ist. Auf der anderen Seite obliegt es in der Verantwortung jedes einzelnen, sich Sorge zu tragen und sich genügend Freiraum und -zeit einzugestehen und für die notwendigen Erholungspausen

Der Trend zum „lebenslangen Lernen“ ist heute schon Fakt und wird durch die neue Arbeitsform noch weiter an Bedeutung gewinnen. 50-Jährige, welche ein einer Hochschule studieren sind keine Exoten mehr, in der Welt der Studenten der Zukunft.

Wie der Zufall doch manchmal spielt. Noch während ich an diesem kleinen Post schreibe, stolperte ich über einen Artikel in „Die Zürcherin“ mit dem Titel „Du bist Unternehmer, ob Du willst oder nicht!“, bei dem ich nur wohlwollend und zustimmend nicken konnte und denn ich nur empfehlen kann.

Einige andere Nebeneffekte

Das Milizsystem wird wieder interessanter, denn gerade dieses bietet die Möglichkeit, notwendige Kompetenzen, die um beruflichen Umfeld (noch) nicht angeeignet oder trainiert werden konnten, zu festigen. Gerade in der Politik oder bei der Arbeit in Kommissionen, muss man sich immer wieder auf neue Gegebenheiten und Personen einlassen können.

Natürlich wird es auch in Zukunft den Bäcker, den Elektriker, den Bauarbeiter und den Fliessbandarbeiter geben, die lokalen Arbeiten ausführen. Aber wird dies, vor allem auf die Industrienationen bezogen, die Masse der Arbeiter sein? Ich glaube nicht.

Vermehrt werden Arbeiten von hochflexiblen, zuverlässigen (und kein mindestlohnfordernden) Robotern erledigt werden. Und wozu brauche ich denn Personal das mitten in der Nacht einkassiert, während ich einkaufen war? Ich weiss typischerweise was ich will, um den Preis feilschen kann ich nicht, beraten kann mich das Verkaufspersonal in den wenigsten Fällen und die Regale können auch am Morgen wieder aufgefüllt werden. Also wieso kann der Verkauf nicht zu einem grossen Teil automatisiert werden?

Spricht ja nichts dagegen.